Welche Pflastersteine gibt es und was kosten sie?
| Material | Stärken | Schwächen | Material + Verlegung € pro m² |
|---|---|---|---|
| Betonpflaster | günstig, maßhaltig, viele Formen, Verbundsteine für Pkw | Farbe kann verblassen, Oberfläche je nach Veredelung fleckempfindlich | 40–75 |
| Klinker | farbecht, dicht, sehr abriebfest | weniger Formate, teurer als Beton | 65–130 |
| Granit / Granodiorit | sehr druck- und frostfest, wiederverwendbar | teurer, Kleinpflaster aufwendig zu verlegen, rauere Oberfläche | 90–170 |
| Porphyr | hart, lebhafte rötliche Farben | teurer, meist als Kleinpflaster | 90–170 |
| Sandstein | warme Farbe, historisch | weicher, für befahrene Flächen nur bedingt geeignet | je nach Sorte |
Stand 09/2026. Preise: gartenbau-kosten.de (Naturstein als Gruppe). Orientierungswerte ohne Gewähr.

Ist Betonpflaster gut genug für die Einfahrt?
Ja. Betonpflaster in 8 cm Dicke ist für private Pkw-Flächen gut geeignet, wenn Unterbau, Bettung und Fugen stimmen. Verbundsteine verzahnen sich und halten Brems- und Lenkkräfte besser als einfache Rechtecksteine.
Betonpflastersteine werden nach der europäischen Norm DIN EN 1338 hergestellt. Die RStO 12 legt für die kleinste Belastungsklasse Bk0,3 und für Geh- und Radwege 8 cm als Regeldicke fest, dünnere Steine ab 6 cm sind nur bei bewährten regionalen Bauweisen vorgesehen. Für Terrassen und Wege verwenden Betriebe oft 6 cm. Achten Sie auf Fugen von 3 bis 5 mm: Nach DIN 18318 dürfen Steine unter 12 cm Dicke nicht knirsch aneinander liegen, sonst platzen die Kanten ab.
Günstiges Betonpflaster ohne Vorsatzschicht kann im Lauf der Jahre ausbleichen. Hochwertigere Steine haben eine Vorsatzschicht aus Edelsplitt oder eine Oberflächenveredelung, die Farbe und Sauberkeit länger erhält.
Welcher Naturstein kommt aus Sachsen und der Lausitz?
Der bekannteste regionale Pflasterstein ist der Lausitzer Granit, geologisch ein Granodiorit. Er wird unter anderem um Demitz-Thumitz, Kamenz und Bautzen abgebaut und liegt als Pflaster, Bord- und Rinnstein in Dresden und vielen ostsächsischen Städten.
Das Lausitzer Granitmassiv gehört zu den ältesten Gesteinsvorkommen Sachsens. Der Stein ist frisch hellgrau, mittelkörnig und mit dunklen Glimmerflecken durchsetzt. Im Steinbruchgebiet um den Klosterberg bei Demitz-Thumitz wird seit dem 18. Jahrhundert abgebaut, das Gestein gilt als sehr druck-, frost- und polierresistent.
- Lausitzer Granit (Granodiorit): hellgrau, sehr haltbar, klassisch für Kleinpflaster und Bordsteine in Ostsachsen.
- Königshainer Granit: aus den Königshainer Bergen westlich von Görlitz, der Abbau endete 1975. Er taucht heute vor allem als Altpflaster auf.
- Meißner Granit: hell- bis fleischrot, am Nordostrand von Meißen bei Zscheila abgebaut. Wegen starker Zerklüftung wurde er nach 1945 vor allem zu Splitt und Ziersteinen verarbeitet.
- Rochlitzer Porphyr: rötlicher Tuff aus Mittelsachsen, eher Werk- und Fassadenstein als Pflaster.
- Elbsandstein: aus der Sächsischen Schweiz, etwa aus dem Lohmgrund bei Pirna. Ein Werk- und Fassadenstein, für befahrene Pflasterflächen weniger geeignet.
Wer regionalen Naturstein möchte, sollte beim Betrieb nach Herkunftsnachweis fragen. Sehr viel Granitpflaster im Handel stammt heute aus dem Ausland. Das ist kein Qualitätsmangel, aber ein Preisunterschied, den Sie kennen sollten.
Wann lohnt sich Klinkerpflaster?
Pflasterklinker werden aus Ton bei hohen Temperaturen gebrannt. Sie sind durchgefärbt und bleiben deshalb farbecht, sie nehmen wenig Wasser auf und sind sehr abriebfest. Klinker passt gut zu Backsteinhäusern und gibt Terrassen und Wegen eine warme Farbe. In Sachsen ist er seltener als Granit oder Beton, deshalb kann die Auswahl beim örtlichen Händler kleiner sein.
Welcher Stein passt zu welcher Fläche?
| Fläche | gut geeignet | Hinweis |
|---|---|---|
| Einfahrt / Stellplatz | Beton-Verbundpflaster, Granit, Klinker, Rasenfugenpflaster | 8 cm Dicke, stabiles Verlegemuster |
| Hof am Altbau | Granit- oder Porphyr-Kleinpflaster, gerumpeltes Betonpflaster | Altpflaster wiederverwenden prüfen |
| Terrasse | Betonpflaster, Klinker, gesägter Naturstein | ebene Oberfläche, gut zu reinigen |
| Gartenweg | Betonpflaster, Klinker, Granit | Randeinfassung nicht vergessen |
| Selten genutzte Stellfläche | Rasengitter, Ökopflaster | kann Regenwassergebühr senken |
Einordnung der Redaktion auf Grundlage von RStO 12 und DIN 18318.
Mehr zu den Einsatzbereichen: Einfahrt pflastern, Terrasse pflastern, Sickerpflaster und Rasengitter. Preise im Detail: Kosten.
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Häufige Fragen
Welcher Pflasterstein hält am längsten?
Granit und Granodiorit sind sehr druck- und frostfest und können über Generationen liegen. Das zeigen die alten Pflaster in sächsischen Innenstädten. Auch Klinker und gutes Betonpflaster halten Jahrzehnte, wenn der Unterbau stimmt.
Was ist der Unterschied zwischen Granit und Granodiorit?
Granodiorit ist ein granitähnliches Tiefengestein mit etwas anderer Mineralzusammensetzung. Im Handel werden beide oft als Granit bezeichnet, so auch der Lausitzer Granit. Für die Nutzung als Pflaster ist der Unterschied gering.
Kann ich altes Kopfsteinpflaster wiederverwenden?
Ja, gut erhaltenes Granit- oder Porphyrpflaster lässt sich reinigen und neu verlegen. Viele Betriebe übernehmen das. Es ist arbeitsintensiv, spart aber Material und passt optisch zu alten Häusern.
Wie dick müssen Pflastersteine für eine Terrasse sein?
Für reine Gehflächen reichen oft 6 cm. Nach RStO 12 sind für Geh- und Radwege 8 cm die Regeldicke, bei privaten Terrassen entscheidet der Betrieb nach Format und Nutzung.