Aus welchen Schichten besteht ein Pflasterunterbau?
- Untergrund und Planum
Der gewachsene Boden wird ausgehoben, profiliert und verdichtet. Er muss das Gefälle der späteren Fläche schon aufnehmen.
- Frostschutzschicht
Frostunempfindliches Kies- oder Schottergemisch, das Wasser ableitet und Frosthebungen verhindert.
- Tragschicht
Schottertragschicht ohne Bindemittel, lagenweise eingebaut und verdichtet. Sie verteilt die Last.
- Bettung
Möglichst 3 bis 5 cm, verdichtet etwa 4 cm, aus wasserdurchlässigem Splitt oder Brechsand-Splitt-Gemisch. Keine Ausgleichsschicht für Unebenheiten.
- Pflasterdecke
Steine mit Fuge verlegen, verfugen und abrütteln. Fugen 3 bis 5 mm bei Steinen unter 12 cm Dicke.
- Randeinfassung
Bord-, Tiefbord- oder Rasenkantensteine in Beton halten die Fläche seitlich.
Wie tief muss der Unterbau für eine Einfahrt sein?
Nach RStO 12 beträgt der frostsichere Oberbau für Bk0,3 mindestens 40 cm auf frostempfindlichem und 50 cm auf sehr frostempfindlichem Boden. Frostzone II addiert 5 cm, Zone III 15 cm.
| Boden | Ausgangswert | + Zone II | + Zone III |
|---|---|---|---|
| F2 (frostempfindlich, z. B. gemischtkörnig) | 40 cm | 45 cm | 55 cm |
| F3 (sehr frostempfindlich, z. B. Lehm, Schluff) | 50 cm | 55 cm | 65 cm |
Quelle: RStO 12, Tabellen A-5 und A-7, zusammengefasst von Nüdling. Weitere Zu- oder Abschläge für Wasserverhältnisse, Lage und Entwässerung möglich. Gemessen von Oberkante Pflaster bis Unterkante Frostschutzschicht.
Die Dicke gilt einschließlich Stein und Bettung. Bei 8 cm Stein und 4 cm Bettung bleiben in einer Zone-III-Lage auf Lehmboden also gut 50 cm für Trag- und Frostschutzschicht. Private Einfahrten werden nicht zwingend nach RStO gebaut, doch sie ist der anerkannte Maßstab. Ist der Boden bereits frostsicher (F1), kann die Frostschutzschicht bei ausreichender Tragfähigkeit entfallen.
Warum spielt die Frostzone in Sachsen eine Rolle?
Die Bundesanstalt für Straßenwesen teilt Deutschland in drei Frosteinwirkungszonen ein. Nach der sächsischen Frostzonenkarte liegt Sachsen überwiegend in Zone III, nur Teile des Nordens in Zone II. Die Grenze verläuft etwa am Nordrand der Mittelgebirge in 300 bis 400 m Höhe. Für Lagen im Erzgebirge und Vogtland bedeutet das: tieferer Aufbau, mehr Aushub, höhere Kosten. Die genaue Zone Ihres Grundstücks können Sie in der Frostzonenkarte der BASt nachsehen.
Reicht für Terrasse und Gartenweg weniger Unterbau?
Ja, bei reinen Gehflächen ist die Last viel geringer. Auch hier müssen aber Frostschutz und Verdichtung stimmen, sonst heben sich einzelne Steine im Winter. Die RStO 12 behandelt Geh- und Radwege in einer eigenen Tafel. Laut gartenbau-kosten.de kostet der Unterbau für begehbare Flächen 25 bis 50 € pro m², für befahrbare 40 bis 80 € pro m². Mehr zu den Kosten: Kosten.
Was ist die Tragfähigkeit und wie wird sie geprüft?
Ob eine Schicht genug trägt, wird im Straßenbau mit dem Plattendruckversuch gemessen. Das Ergebnis ist der Verformungsmodul Ev2 in MPa. Die RStO 12 nennt Mindestwerte für das Planum und die Tragschichten. Im privaten Bereich wird dieser Versuch selten gemacht. Umso wichtiger ist, dass der Betrieb lagenweise einbaut und jede Lage mit einer ausreichend schweren Rüttelplatte verdichtet. Fragen Sie danach, wie der Betrieb die Verdichtung sicherstellt.
Welche Fehler beim Unterbau sollten Sie kennen?
- Bettung als Ausgleich: Zu dicke oder ungleich dicke Bettung verformt sich unter Last. Unebenheiten gehören in die Tragschicht korrigiert.
- Zu feines Bettungsmaterial: Sand mit hohem Feinanteil hält Wasser, friert und lässt Steine kippen.
- Keine Fuge: Knirsch verlegte Steine drücken sich gegenseitig an den Kanten ab.
- Fehlende Randeinfassung: Die Fläche wandert seitlich aus.
- Unverdichtete Schichten: Senken und Spurrinnen nach dem ersten Winter.
- Gefälle zum Haus: Wasser steht an der Fassade und dringt in den Sockel ein.
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Häufige Fragen
Wie tief muss man für Pflaster ausheben?
Für eine Pkw-Einfahrt nach RStO 12 liegt der frostsichere Oberbau je nach Boden und Frostzone zwischen 40 und 65 cm. Für Terrassen und Wege reicht weniger. Die genaue Tiefe hängt vom Boden ab und sollte im Angebot stehen.
Welches Material kommt in die Bettung?
Wasserdurchlässiger Splitt oder ein Brechsand-Splitt-Gemisch nach den Technischen Lieferbedingungen. Die Bettung soll verdichtet etwa 4 cm dick sein und gleichmäßig verlaufen.
Was bedeutet Frosteinwirkungszone III?
Zone III ist die Zone mit der stärksten Frosteinwirkung. Nach RStO 12 kommen dort 15 cm zum frostsicheren Oberbau hinzu. Sachsen liegt überwiegend in Zone III.
Kann ich den alten Unterbau weiterverwenden?
Nur wenn er ausreichend tragfähig, eben und wasserdurchlässig ist. Das prüft der Betrieb vor Ort, zum Beispiel mit einer Probegrabung. Bei alten Höfen mit Schlacke oder Bauschutt im Untergrund ist ein neuer Aufbau meist sinnvoller.