Welche wasserdurchlässigen Beläge gibt es?
| Belag | Wie das Wasser versickert | Geeignet für |
|---|---|---|
| Rasengitterstein | durch begrünte oder mit Splitt gefüllte Kammern | Stellplatz, Feuerwehrzufahrt, selten befahrene Flächen |
| Rasenfugenpflaster / Ökopflaster | durch breite Fugen mit Splitt oder Rasen | Stellplatz, Hof, Einfahrt |
| Porenpflaster (haufwerksporig) | durch den Stein selbst | Wege, Terrassen, Stellplätze |
| Pflaster mit Splittfuge | teilweise durch die Fuge | fast alle Flächen, geringerer Effekt |
Einordnung nach FGSV-Merkblatt M VV und Beschreibung versickerungsfähiger Verkehrsflächen; Wirkung hängt vom Unterbau ab.
Wichtig: Der Belag allein bewirkt wenig. Auch Bettung, Tragschicht und Untergrund müssen Wasser aufnehmen können. Das FGSV-Merkblatt für versickerungsfähige Verkehrsflächen (M VV) beschreibt, wie solche Aufbauten geplant und geprüft werden. Auf lehmigem Boden kann eine zusätzliche Versickerungsanlage nötig sein.

Wie viel Regenwassergebühr spart Sickerpflaster?
Das hängt von der Satzung des Entsorgers ab. In Chemnitz zählen Rasengitter mit Faktor 0,2, in Cottbus und Pirna Ökopflaster mit 50 %. In Bautzen und Meißen gibt es keine Flächengebühr, dort spart der Belag keine Gebühr.
Rechenbeispiel Chemnitz: 50 m² Betonpflaster in Sandbettung werden mit Faktor 0,7 angerechnet, also 35 m². Bei 1,61 € pro m² und Jahr (Entgelt 2025/2026 brutto) sind das rund 56 € im Jahr. Mit Rasengitter oder Sickersteinen (Faktor 0,2) sind es 10 m², also rund 16 € im Jahr. Die Ersparnis von etwa 40 € jährlich ist real, rechtfertigt aber allein selten einen Belagwechsel. Sinnvoll ist die Entscheidung vor allem beim Neubau oder bei ohnehin fälliger Erneuerung.
Die Sätze und Faktoren Ihrer Stadt finden Sie auf der jeweiligen Standortseite, zum Beispiel Chemnitz, Cottbus oder Pirna. Hintergrund: Versiegelung und Niederschlagswasser.
Was kosten Rasengitter und Sickerpflaster?
Rasengittersteine kosten als Material laut Blauarbeit 8 bis 30 € pro m², mit Unterbau und Verlegung liegen Projekte meist zwischen 50 und 150 € pro m². Kleine Flächen sind pro m² teurer. Öko- und Porenpflaster liegen preislich ähnlich wie hochwertiges Betonpflaster. Wird die Fläche befahren, braucht auch das Sickerpflaster einen tragfähigen Unterbau, der dann aus wasserdurchlässigem Material besteht. Mehr Zahlen: Kosten.
Wo ist Sickerpflaster nicht geeignet?
- Flächen, auf denen mit Öl, Kraftstoff oder Chemikalien umgegangen wird, etwa Werkstatt- oder Waschplätze.
- Böden mit sehr geringer Durchlässigkeit, wenn keine zusätzliche Versickerung vorgesehen wird.
- Wasserschutzgebiete, in denen die Versickerung eingeschränkt sein kann. Das prüft die untere Wasserbehörde des Landkreises.
- Hauptzugänge mit Rollator oder Kinderwagen: Rasengitter sind dort unbequem.
Dazu kommt: Nach § 8 der Sächsischen und der Brandenburgischen Bauordnung sollen nicht überbaute Flächen wasseraufnahmefähig bleiben, soweit ihre Nutzung das zulässt. Durchlässige Beläge helfen, diese Vorgabe einzuhalten.
Weiterlesen
Häufige Fragen
Muss ich Sickerpflaster beim Entsorger beantragen, damit es angerechnet wird?
In vielen Satzungen werden geringere Faktoren nur auf Antrag oder nach Selbstauskunft berücksichtigt, teilweise mit Nachweis des Aufbaus. Melden Sie die neue Fläche nach Fertigstellung mit Fotos und Rechnung beim Entsorger.
Verstopft Sickerpflaster mit der Zeit?
Ja, Feinstaub und Laub setzen Fugen und Poren langsam zu. Die Durchlässigkeit lässt sich durch Reinigen und Nachfüllen des Fugenmaterials wiederherstellen. Fragen Sie den Betrieb nach der passenden Pflege.
Kann ich Rasengitter als Einfahrt nutzen?
Für Pkw ja, wenn der Unterbau tragfähig ist. Für häufig und schnell befahrene Flächen sind Rasenfugen- oder Porenpflaster komfortabler, weil Rasengitter uneben werden können.
Spart Sickerpflaster in jeder Stadt Gebühren?
Nein. In Bautzen und Meißen wird Niederschlagswasser nicht nach Fläche abgerechnet. In Görlitz zählen teildurchlässige Beläge laut Entwässerungsbedingungen als versiegelt. Dort spart der Belag keine Gebühr.